Mittwoch, November 22, 2017
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Energetische Analyse von monolithischen Bauten

Gartmann

Im Rahmen eines Pilotprojektes wurde in Chur ein Einfamilienhaus als sogenannter "Monolithenbau" ausgeführt. Der Baukörper besteht auschliesslich aus einem Baumaterial, nämlich Liapor Isolationsbeton. Dieses Gebäude wurde von Architekt Patrik Gartmann im Jahre 2005 gebaut. Arriva Engineering wurde mit einer Untersuchung beauftragt, welche die energetische "Qualität" dieser Bauweise aufzeigen soll. 

Das Ziel ist einerseits, die Bauhülle auf eventuell vorhandene Wärmebrücken zu untersuchen. Andererseits soll das dynamische Verhalten dieser Bauhülle in Bezug zum Energieverbrauch ermittelt werden und mit den heute geltenden gesetzlichen Anforderungen an die Bauhülle verglichen werden.

IR_1802_3-20Eine erste thermografische Untersuchung zeigte eine sehr homogene Verteilung der Oberflächentemperaturen an den Fassaden. Ausser an den Fensteranschlägen konnten mit der Thermografie keine Wärmebrücken an den Fassaden- und Deckenanschlüssen nachgewiesen werden.

Die Aufnahme (rechts) wurde bei einer Aussentemperatur von +4°C und einer Innenraumtemperatur von +20°C gemacht. Da für die vorliegende Untersuchung die exakten Obeflächen-temperaturen unwichtig waren und nur die Temperturverteilung von Interesse ist, wurde der Emmissiongrad der Oberfläche nicht ermittelt, sondern mit einem ε=0.96 angenommen.

Die obige Aufnahme (rechts) wurde exakt in der Verlängerung der Süd-Fassade gemacht. Die Gebäudekante ist im Bild als vertikaler Hell-Dunkel Übergang, rechts von der Wandlampe (dunkler Fleck) zu sehen. Der hellere Streifen stellt dabei ein aussen angebauten Kamin dar.

IR_1285_3Im Vergleich zur obigen Aufnahme, sehen Sie im Bild links, die Fassade eines anderen Objektes, welche einen erhöhten Wärmeverlust, infolge eben einer solchen Wärmebrücke am EG-Deckenanschluss, aufweist.

Diese Aufnahme wurde bei einer Aussentemperatur von -3°C und einer Innenraumtemperatur von +20°C gemacht - keine Bewölkung.

Hinweis: Die grau eingefärbten Objekte zeigen, dass die Kamera "übersteuert" ist, weil die reflektierten Temperaturen der Atmosphäre (< -45°C) von der Kamera nicht mehr gemessen werden können.


Die Analyse dieses Referenzobjektes ist noch nicht abgeschlossen. Es erfolgen noch eine Berechnung der thermischen Last nach SIA 380/1, sowie eine dynamische Simulation des Gebäudes in Zusammenarbeit mit dem Architekten P. Gartmann in Chur, der Firma Liapor in Olten und der EMPA in Dübendorf. Weitere Informationen finden Sie hier zu einem späteren Zeitpunkt.

Falls Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, dann klicken Sie Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .